Hier wird festgelegt, welche Vereinbarungen getroffen wurden, um durch eine allgemein gültige Ordnung Orientierung zu schaffen und einen geordneten Handlungsrahmen anzubieten. Dazu gehören:

1.) Allgemeine Vereinbarungen

Jede Lehrkraft benutzt ein optisches bzw. akustisches „Stillezeichen“, das auch für Fachlehrerinnen und -lehrer auf ihrem Pult vorhanden ist (Glocke, Triangel, Gong, Klangstab o.ä.).

Zum Sportunterricht werden die Kinder der Klassen 1 und 2 aus ihren Klassenräumen von dem jeweiligen Sportlehrer abgeholt und nach dem Sportunterricht auch dorthin zurück begleitet. Die Schüler von Klasse 3 und 4 stellen sich unten in der Halle an der Eingangstür auf, gehen gemeinsam mit dem Sportlehrer zur Turnhalle und wieder in das Schulgebäude zurück.

Pausenregeln: Der Lehrer verlässt als Letzter den Klassenraum und schickt die Kinder auf den Pausenhof. „Bewegungspausen“ oder „5-Minuten-Pausen“ werden von den Lehrerinnen und Lehrern individuell durchgeführt. Gehen die Kinder nach draußen, werden sie von der Lehrkraft begleitet.

2.) Klassen- und Schulregeln

Im Jahre 2007 erstellten Kinder und Lehrkräfte in gemeinsamer Abstimmung Regeln für ein friedliches Zusammenleben in der Schule, die so genannten „Vereinbarungen für ein friedliches Zusammenleben“. Diese wurden im Januar 2009 überarbeitet. Die neuen Klassen- und Schulregeln[1] wurden insgesamt stark gekürzt, um sie für die Kinder leichter nachvollziehbar zu gestalten.

In jedem Schuljahr werden die Regeln im Rahmen des Unterrichts besprochen und so erneut ins Bewusstsein gebracht.

3.) Visualisierungen der Klassen- und Schulregeln

Die Klassenregeln hängen gut sichtbar auf Plakaten in allen Klassen. Sie sind in der „Ich-Form“ formuliert, damit jedes Kind sich angesprochen fühlt und selbst in die Pflicht nimmt.

Die Schulregeln werden im Eingangsbereich der Schule visualisiert. Sie sind in der „Wir-Form“ aufgeschrieben worden, da sich das Bewusstsein der Kinder beim Verhalten in der Schule stärker auf das angemessene Verhalten in der Gruppe richten soll.

Beispiele für die Klassenregeln:

  • Ich bin leise.
  • Ich höre genau zu.
  • Ich melde mich.

Beispiele für die Schulregeln:

  • Wir gehen freundlich und rücksichtsvoll miteinander um.
  • Wir lassen andere Kinder mitspielen und schließen niemanden aus.
  • Wir halten das Schulgebäude und Schulgelände sauber.

4.) Erziehungsvereinbarung

Die „Erziehungsvereinbarung“[2] richtet sich zugleich an die Kinder, die Eltern und die Lehrerinnen und Lehrer mit dem Ziel gemeinsam Verantwortung für das eigene Tun zu tragen und ein gutes Schulklima an unserer Schule zu pflegen.

Die Eltern werden über die Vereinbarung mit der Aufnahme des Kindes in die Grundschule entweder am Elternabend, beim Elternsprechtag oder bei einem gemeinsamen Frühstück informiert. Sie verpflichten sich zu diesem Zeitpunkt durch ihre Unterschrift die hier vorgestellten Verabredungen einzuhalten.

Auch die Lehrerinnen und Lehrer bekunden mit ihrer Unterschrift ihre Verantwortlichkeit für ein positives Miteinander zwischen allen am Schulleben Beteiligten.

Die Inhalte der Erziehungsvereinbarung werden mit den Kindern schon bald nach der Einschulung mündlich besprochen. Die Kinder besiegeln den Vertrag mit ihrer Unterschrift, sobald sie ihn selbstständig erlesen können und im Unterricht besprochen haben.

5) Absprachen zum Umgang mit Störungen im Unterricht und im Schulleben

Die Lehrkräfte der Grundschule Altenautal haben sich zum Ziel gesetzt die große Zahl der lernbereiten Schülerinnen und Schüler zu schützen und denjenigen zu helfen, die stören und bei denen mündliche Ermahnungen nicht zur gewünschten Arbeitshaltung führen. Die Kinder sollen lernen die Verantwortung für ihr Denken und Handeln selbst zu übernehmen.

Daher wird in den eigenen Klassen, aber auch in den Fachklassen zunächst versucht das Sozialverhalten durch die Bildung eines Klassenrates, durch die „Stunde der Wahrheit“, durch Gruppen- und Einzelgespräche positiv zu verstärken.

Wie im Einzelnen mit Störungen im Unterricht und im Schulleben umgegangen wird, wurde zur Visualisierung auf einem Plakat für alle Lehrkräfte und Erzieherinnen zusammengefasst[3].

6.) Trainingsmethoden

In einigen Klassen werden der „Klassenrat“, die „Stunde der Wahrheit“ oder „Zeiträuberkarten“ eingesetzt, die das Sozialverhalten der Schülerinnen und Schüler positiv bestärken. Die Kinder sollen lernen Konflikte friedlich und einvernehmlich zu lösen und sich mit möglichen Konfliktpartnern direkt auf angemessene Weise auseinander zu setzen und über ihr Empfinden/ihre Gefühle zu sprechen.

- Stunde der Wahrheit

In regelmäßigen Abständen treffen sich alle Kinder im Sitzkreis. Zunächst werden sie angeregt, ihren Klassenkameraden positive Empfindungen zu äußern. Diese Äußerungen beziehen sich auf das Verhalten der Kinder, auf Leistungsentwicklungen etc. Wichtig dabei ist, dass jedes Kind konkret mit seinem Namen und in der Du-Form angesprochen wird: „..., ich finde gut, dass du...!“ Anschließend werden von einzelnen Kindern Probleme geschildert, die sie eventuell mit Klassenkameraden oder auch ihrer Klassenleitung haben. Auch hier werden die betroffenen Kinder direkt angesprochen und müssen sich zu der Situation äußern. Wichtig ist, dass eine Einigung gefunden wird, meist eine Entschuldigung oder auch ein Versprechen, bestimmte Dinge zu unterlassen.

Durch diese „Stunde der Wahrheit“ lernen die Kinder, andere Kinder oder auch Erwachsene direkt darauf anzusprechen, wenn sie mit einer Situation nicht klar kommen. Sie lernen aber auch, mit positiver und negativer Kritik umzugehen. Dadurch werden sie zunehmend in die Lage versetzt, Konflikte selbstständig und verbal zu lösen.

- Klassenrat

Für die Durchführung des Klassenrates ist der Aushang von zwei Blättern („das finde ich gut“ und „darüber möchte ich sprechen“) für den Zeitraum von einer Woche notwendig. Hier tragen die Schülerinnen und Schüler die Sachverhalte, die ihnen wichtig sind, mit ihrer Unterschrift ein.

Jeder schreibt nur Sachverhalte auf, an denen er direkt beteiligt ist (nicht über Dritte)

Dinge, die sich im Laufe der Woche erledigt haben, dürfen vom Autor durchgestrichen werden

Niemand schmiert in den Texten seiner Mitschüler herum

An einem festen Termin in jeder Woche tagt der Klassenrat im Stuhlkreis, wobei feste Regeln eingehalten werden müssen:

Ein Moderator wird jedes Mal neu bestimmt

Es wird nicht über Abwesende gesprochen

Die Beteiligten sprechen sich direkt an

Jeder liest nur den von ihm selbst geschriebenen Sachverhalt vor und lässt den/die Beteiligten sich dazu äußern

Alle Beteiligten müssen zusammen eine Lösung beschließen, die sie einhalten müssen (bei Bedarf darf die Klasse Vorschläge machen)

Ein jedes Mal neu gewählter Schriftführer hält die Beschlüsse schriftlich in einem Klassenratsbuch fest (so dass deren Einhaltung beim nächsten Klassenrat überprüft werden kann)

Jedes Mal wird ein neues Kind gewählt, das auf die Einhaltung der üblichen Gesprächsregeln achtet

Die geklärten Punkte werden auf den Blättern von den jeweils Beteiligten durchgestrichen.

- Der Zeiträuber

Lernzeit ist kostbar und ärgerlich wird es immer dann, wenn die kostbare Zeit für das Lernen nachhaltig und immer wieder von einzelnen störenden Kindern "gestohlen" wird.

Aus diesem Grund gibt es in vielen Klassen den so genannten "Zeiträuber". Als großes Plakat hängt er mahnend in der Klasse und gemeinsam gehen Lehrkräfte und Kind/Kinder auf die Suche, was genau Zeit raubt bzw. geraubt hat.

Oft reicht allein das Bewusstmachen des Zeitraubes aus, um diesen einzudämmen.

Falls nicht wird eine gelbe bzw. rote „Zeiträuberkarte“ auf den Tisch des störenden Kindes gelegt.

Nicht zuletzt bleibt die Möglichkeit des kleinen „Zeiträubermahners“, ein Zettel, auf dem vermerkt wird, dass jemand heute Lern-Zeit gestohlen hat und wie das geschehen ist. Eine Ankreuzvariante sowie eine Variante zum individuellen Ausfüllen stehen zur Verfügung.

Es mag umstritten sein, dass hier gemahnt statt gelobt wird, doch manchmal ist es dringend nötig, Grenzen aufzuzeigen und Konsequenzen einzuhalten

 


[1] Die Klassen – und Schulregeln können in der Schule eingesehen werden --> Schulprogramm

[2] Wie unter 1

[3] Wie unter 1 -->Schulprogramm; Baustein Soziales Lernen

 

 
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